Was die Sitzordnung bei der Verhandlung aussagt

Wer sitzt wo in einer Verhandlung?

Ist das egal? Die Sitzordnung in einer Verhandlung ist kein Zufall! Sie kann bewusst für eine bestimmte Absicht, Strategie festgelegt werden. Die Sitzordnung bei Gericht zum Beispiel repräsentiert eine eindeutige Rangordnung: Der Richter sitzt dem Angeklagten und dessen Anwalt immer gegenüber. Und er sitzt meist höher. Das Höhersitzen zeigt, wer hier die Macht ausübt und den Ton angibt.

Sie nehmen an einer Verhandlung teil und stellen fest, dass Ihnen die Gegenseite geschlossen gegenüber sitzt. Was sagt Ihnen das? Gehen Sie davon aus, dass Ihnen damit eine konfrontative Situation symbolisiert wird. Ziehen Sie sich warm an! Sie können sehr wahrscheinlich mit harten Attacken rechnen.

Was kann Ihnen die Sitzordung über die Machtverhältnise der Verhandlungsteilnehmer verraten? Findet die Verhandlung an einem rechteckigen Tisch statt, dann ist oft die Person, die am Kopfende sitzt, ranghöher als die anderen. Oft sitzt auch der 2. Mann direkt daneben. Sie wissen jetzt, wen Sie besonders im Auge behalten müssen.

Im Geschäftsleben ist eine Dominanzhaltung nicht sofort erkennbar. Der Dominante kann durchaus sehr moderat auftreten. Aber es kann immer mal vorkommen, dass ein Verkäufer einem Einkäufer gegenübersitzt und einen Sessel zugewiesen bekommt, der niedriger ist. Er muss ständig zu seinem Verhandlungspartner aufschauen.

Die Platzwahl nicht dem Zufall überlassen

Wenn Sie zu einer Verhandlung einladen: achten Sie bei der Platzwahl darauf, dass sich die beiden Teamleiter oder Chefs gegenüber sitzen. Haben Sie die Möglichkeit, in die Sitzordnung einzugreifen, versuchen Sie eine geschlossene Front der Gegenseite aufzubrechen. Dies gelingt, indem Sie eigene Mitarbeiter dazwischen platzieren.

Der Vorteil des runden Tisches

Die Ritter der Tafelrunde in der König Artus-Sage saßen an einem runden Tisch, damit keiner einen privilegierten Platz haben sollte. Sitzen alle am runden Tisch, dann zeigt das: alle Verhandlungsteilnehmer sind an einer einvernehmliche Lösung interessiert. Alle Teilnehmer werden als gleichberechtigt betrachtet.

Der runde Tisch ist mittlerweile ein Symbol für eine konstruktive Verhandlungsumgebung geworden, vor allem in der Politik (Deutsche Wiedervereinigung).

Aber nicht nur der runde Tisch wirkt moderat auf die Verhandlung. Sitzen sich die Verhandlungspartner über Eck gegenüber, so ist das ebenfalls eine entspannte Positionierung. Sie hat zusätzlich noch den Vorteil, dass Sie dem anderen leichter etwas zeigen können (Diagramme, Zeichnungen, Statistiken), ohne dass Sie dabei den Text verkehrt herum lesen oder gar um den Tisch herumgehen müssen.