Präsentieren: Kommunikation auf Inhalts- und Beziehungsebene

2. Wie funktioniert die Kommunikation auf Inhalts- und Beziehungsebene?

2.1 Auf die nonverbalen Signale kommt es an

Der Körper lügt nicht

Gerade mal 15% Ihrer Wirkung resultiert aus dem Inhalt Ihrer gesprochenen Sätze. Das ist ernüchternd. Sind wir doch jahrelang so erzogen worden, dass es hauptsächlich auf die sachlichen Fakten ankommt. Aber wir erleben täglich, dass, wenn zwei unterschiedliche Personen das Gleiche sagen, wir der einen Person mehr glauben. Obwohl es in der Sachlage keinen Unterschied gibt. Warum machen wir das?

85% der Wirkung Ihrer Botschaft liegt an nonverbalen Signalen, mit denen Sie auch Ihren Dackel und Ihre Katze beeindrucken können. Die sprechen nicht Ihre Sprache, wissen aber genau, was Sie von Ihnen wollen.

Wenn Sie einem Pferd mit Ihrer Körpersprache nicht vermitteln können, wer hier den Ton angibt, wird es Sie abwerfen.

Diese nonverbalen Signale nehmen wir überwiegend unbewußt auf der Beziehungsebene auf. Wie wichtig das ist, erkennen Sie daran, dass alle erfolgreichen Menschen sich immer wieder intensiv mit der Optimierung ihrer Körpersprache beschäftigen.

Was Sie sagen und wie Sie es sagen muss miteinander harmonieren, kongruent sein. Stellt Ihr Kommunikationspartner einen Widerspruch zwischen Ihrer Sprache und Körpersprache fest, wird er Ihnen nicht glauben. Sie wollen zum Beispiel als Vorgesetzter ein Mitarbeitergespräch führen. Bei der Formulierung: „Sprechen Sie sich aus, Herr Blümel, ich bin ganz Ohr“ halten Sie Ihre Arme verschränkt. Mit Sicherheit denkt Ihr Mitarbeiter jetzt: „Den interessiert mein Problem gar nicht. Das hat wohl keinen Wert, dass ich mit ihm spreche.“

Wie wird Information aufgenommen

Am intensivsten nehmen wir die Informationen auf, die wir sehen. Das macht stolze 75% der Aufnahmefähigkeit aus.

Darum sollen wir bei unseren Präsentationen immer daran denken, wichtige Inhalte visuell darzustellen.

Es muss nicht zwingend das perfekte Foto, die perfekte Zeichnung, dargestellt per Powerpoint sein. Gewiefte Taktiker haben herausgefunden, dass eine handschriftliche Skizze auf dem Flipchart (auch wenn sie nicht so schön und perfekt aussieht) eine hohe Wirkung auf die Aufnahmebereitschaft der Zuhörer hat.

Vor allem dann, wenn die Zuhörer bei der Entstehung der Skizze mit einbezogen werden und den Gedankengang von der Entstehung bis zu dem Ergebnis dazu nachvollziehen können.

An zweiter Stelle kommt das Hören mit 15%. Das ist schon so viel weniger, dass wir uns immer Gedanken machen sollten, wie wir durch Visualisierungen in jeder Gesprächssituation unsere Inhalte nachhaltiger kommunizieren.

Es ist erschreckend, wie oft wir uns darauf verlassen, dass das nur gesprochene Wort, der Sachinhalt, auch wirklich ein zu eins bei dem Empfänger ankommt. Ein fataler Irrtum.

Die Informationsaufnahme durch Tasten 5%, Riechen 2% und Schmecken 2%, hat bei der Präsentation nur einen einen geringeren Effekt.

 

2.2 Beherrschen Sie die Kommunikationsregeln

Sie kommunizieren immer

Das haben Sie schon oft gehört, aber nicht immer daran gedacht.

Auch das schweigende Nebeneinander im Fahrstuhl ist eine Kommunikation.

Sie erfolgt auf den Beziehungsebene, ausgedrückt durch feine Gesten der Körpersprache und sie ist für jeden recht gut verständlich („komme mir nicht näher, sprich mich nicht an…“). Das bedeutet, Sie kommunizieren immer auf der Inhaltsebene und auf der Beziehungsebene. Ganz gleich, ob Sie vor jemanden stehen oder sitzen. Selbst, wenn Sie Ihren Gesprächspartner nicht sehen, weil sie mit ihm telefonieren. Auf der Beziehungsebene transportieren Sie dann den Klang Ihrer Stimme, Ihre Wortwahl, Dialekt und Sprechgeschwindigkeit. Das ersetzt am Telefon die fehlende Körpersprache.

Auch wenn Sie noch so wortgewaltig sind, Ihre Sprache wird trotzdem nur zu 15 – 20% wahrgenommen, Ihre Körpersprache aber zu 80%, wenn der Zuhörer Sie sieht. Bei Ihrer Präsentation werden also maximal nur zu 20% von all den schlauen Daten und Fakten von den Zuhörern wahrgenommen, die Sie von sich geben.

Auch wenn Sie es noch so brillant und eindrucksvoll formulieren: Ihre Tonart, Mimik und Gestik prägt zu 80% die Meinung und Beurteilung der Zuhörer über die Qualität Ihrer Darstellung. Beherrschen Sie diese Fähigkeiten, dann wird Ihre Präsentation auch dann als gut bewertet, wenn sie inhaltlich nur Durchschnitt war.

Warum ist das so?

Der Inhalt Ihrer Präsentation spricht das Bewusstsein an (linke Gehirnhälfte). Der Ton und die Körpersprache (rechte Gehirnhälfte) dagegen löst Reaktionen und Emotionen im Unterbewusstsein der Zuhörer aus.

Emotionen speichern wir bekanntermaßen wesentlich intensiver und länger, als nur Informationen.

Das kennen Sie vom Vokabeln lernen, eine sehr mühsame Methode, eine neue Sprache zu lernen. Emotionen aufzunehmen ist für uns spannender, als nur Informationen. Sie werden auch länger gespeichert. Durch Vokabeln pauken, werden sie eine Fremdsprache nur sehr schleppend lernen. Wenn Sie dagegen zwei Wochen in einem fremden Land sind und am täglichen Leben teilnehmen, lernen Sie die Fremdsprache sehr schnell.

Zusammenfassung

  • Der Körper lügt nicht. Gerade mal 15% Ihrer Wirkung resultiert aus dem Inhalt Ihrer gesprochenen Sätze.
  • Wenn Sie einem Pferd mit Ihrer Körpersprache nicht vermitteln können, wer hier den Ton angibt, wird es Sie abwerfen.
  • Was Sie sagen und Sie es sagen muss miteinander harmonieren, kongruent sein.
  • Am intensivsten nehmen wir die Informationen auf, die wir sehen.
  • Es ist erschreckend, wie oft wir uns darauf verlassen, dass das nur gesprochene Wort, der Sachinhalt, auch wirklich ein zu eins bei dem Empfänger ankommt.
  • Auch das schweigende Nebeneinander im Fahrstuhl ist eine Kommunikation.
  • Ihre Tonart, Mimik und Gestik prägt zu 80% die Meinung und Beurteilung der Zuhörer über die Qualität Ihrer Darstellung.
  • Emotionen speichern wir bekanntermaßen wesentlich intensiver und länger, als nur Informationen.
  • Emotionen aufzunehmen ist für uns spannender, als nur Informationen.